Zurück zur Übersicht

Shatavari: Was zeigen Studien zu PMOS, Wechseljahren und sexuellem Wohlbefinden?

02-11-2026

Von hormonellen Schwankungen und Menstruationsbeschwerden bis zu den Wechseljahren: Der weibliche Körper durchläuft verschiedene Lebensphasen, in denen unterschiedliche Beschwerden auftreten können. Dennoch hat die Frauengesundheit in der wissenschaftlichen Forschung lange wenig Aufmerksamkeit erhalten. Zum Glück ändert sich das! So wächst auch das wissenschaftliche Interesse an Shatavari, einer ayurvedischen Pflanze, die seit Jahrhunderten im Bereich der Frauengesundheit eingesetzt wird. Ausgesprochen wird der Name etwa „Scha-taaa-va-rie“. Doch was sagen aktuelle Studien über die mögliche Wirkung von Shatavari bei PCOS, in den Wechseljahren und auf das sexuelle Wohlbefinden?

Möchten Sie mehr über Menstruationsbeschwerden erfahren? Lesen Sie auch unseren Artikel „Prämenstruelles Syndrom (PMS) erklärt: Beschwerden, Ursachen und Erkennen“. Darin erfahren Sie mehr über mögliche Beschwerden und erhalten praktische Tipps.

Was ist Shatavari? 
Shatavari (Asparagus racemosus) gehört zur Familie der Spargelgewächse und kommt natürlicherweise in Asien vor. Im Ayurveda, der traditionellen indischen Gesundheitslehre, ist Shatavari als „Königin der Kräuter“ bekannt. Die Pflanze wird dort seit Jahrhunderten im Zusammenhang mit der Menstruation, der Fruchtbarkeit und den Wechseljahren verwendet.

Die Wurzeln enthalten verschiedene bioaktive Substanzen, darunter Shatavarine. Forschende untersuchen, ob diese Stoffe Prozesse beeinflussen können,die an der Regulierung des Hormonhaushalts beteiligt sind.Derzeit laufen mehrere Studien, die sich mit der Wirkung von Shatavari beschäftigen. Wir geben Ihnen gerne einen Einblick in die Ergebnisse.

Shatavari bei PMOS (PCOS) 
PMOS, das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom, früher bekannt als PCOS (das polyzystische Ovarialsyndrom), ist eine hormonelle Erkrankung, die unter anderem eine unregelmäßige Menstruation, Akne und eine verminderte Fruchtbarkeit verursachen kann. Seit Mai 2026 wird die neue Bezeichnung PMOS verwendet.Diese Bezeichnung unterstreicht, dass nicht nur die Eierstöcke und Hormone, sondern auch der Stoffwechsel eine Rolle spielen.

In einer klinischen Studie aus dem Jahr 2026 erhielten 70 Frauen mit PMOS entweder Shatavari oder ein Placebo. Nach zwölf Wochen wurden bei den Frauen in der Shatavari-Gruppe Veränderungen der Follikelzahl, der Dicke der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) und des subjektiv empfundenen Stresses festgestellt. Die Ergebnisse liefern erste Hinweise darauf, dass Shatavari bestimmte Merkmale von PMOS günstig beeinflussen könnte.

Shatavari in der Perimenopause 
Die Perimenopause bezeichnet die Zeit rund um die letzte Monatsblutung. Hormonelle Schwankungen können in dieser Phase Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafprobleme und Stimmungsschwankungen verursachen.

In einer klinischen Studie aus dem Jahr 2025 erhielten 80 Frauen acht Wochen lang täglich entweder 300 mg Shatavari oder ein Placebo. Frauen in der Shatavari-Gruppe berichteten über einen stärkeren Rückgang ihrer Wechseljahresbeschwerden. Dazu gehörten Hitzewallungen, Stress sowie verschiedene körperliche und psychische Beschwerden. Auch Veränderungen bestimmter Hormonwerte wurden beobachtet.

Shatavari und sexuelles Wohlbefinden 
Stress, Müdigkeit und hormonelle Veränderungen können das sexuelle Wohlbefinden von Frauen beeinflussen. Auch in diesem Bereich wird die mögliche Wirkung von Shatavari untersucht.

In einer Studie aus dem Jahr 2026 erhielten 135 Frauen acht Wochen lang entweder Shatavari, eine Kombination aus Shatavari und Ashwagandha oder ein Placebo. Bei den Frauen, die ausschließlich Shatavari einnahmen, wurden Verbesserungen der sexuellen Funktion und der sexuellen Zufriedenheit beobachtet. Die Kombination mit Ashwagandha zeigte darüber hinaus Verbesserungen in bestimmten Bereichen, darunter Erregung, Lubrikation und Orgasmus.

Shatavari: Eine vielversprechende Pflanze für die Frauengesundheit 
Diese aktuellen Studien zeigen interessante Ergebnisse im Zusammenhang mit PMOS, Wechseljahresbeschwerden und sexuellem Wohlbefinden. Die ersten Erkenntnisse sind vielversprechend. Weitere Untersuchungen sind jedoch notwendig, um die möglichen langfristigen Wirkungen besser beurteilen zu können.

Möchten Sie Shatavari als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen? Achten Sie auf die Qualität und Zusammensetzung des Extrakts. In wissenschaftlichen Studien werden unter anderem standardisierte Extrakte wie SRI-81 verwendet. Bei hormonellen Erkrankungen, der Einnahme von Medikamenten sowie während der Schwangerschaft oder Stillzeit sollten Sie die Anwendung zunächst mit Ihrem Arzt oder einer anderen medizinischen Fachperson besprechen.

Das wachsende wissenschaftliche Interesse an Shatavari ist Teil einer breiteren Entwicklung: Die Frauengesundheit erhält zunehmend die Aufmerksamkeit, die sie verdient.

Quellen 

  1. Mhatre Y et al. Efficacy and safety of Shatavari root extract in women with Polycystic Ovarian Syndrome: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial - PMC Front Endocrinol. 2026;17:1769773.
  2. Mahajan S et al. Efficacy and Safety of Shatavari (Asparagus racemosus) Root Extract for Perimenopause: Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Study - PMC Int J Womens Health. 2025;17:4057-73.
  3. Ademola J et al. Effects of Shatavari (Asparagus racemosus) Root Extract on Sexual Wellness in Women: Findings from a Prospective, Randomized, Double-Blind, Three-Arm, Parallel-Group, Placebo-Controlled Study - PMC Int J Womens Health. 2026;18:561213.
Zurück zur Übersicht