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Schützen Sie Ihr Gehirn mit Fischöl

06-11-2023

Jedes Jahr erleiden viele Menschen Kopfverletzungen. Leider steigt diese Zahl, was zum Teil auf mehr Verkehrsunfälle und die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrrädern zurückzuführen ist. Zum Glück sind wir nicht machtlos, wenn es um den Schutz unseres Gehirns geht. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass die Auswirkungen von Hirnschäden mithilfe bestimmter Nährstoffe reduziert werden können.

Der niederländische Professor Frits Muskiet erklärte kürzlich, wie die Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) zum Schutz unseres Gehirns beitragen können. Seine Erkenntnisse werden durch zwei aktuelle wissenschaftliche Übersichtsartikel gestützt.

Gehirnverletzungen können nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch beim Sport auftreten. So ist es zwischenzeitlich bekannt, dass Fußballer beim Kopfball leichte Hirnschäden erleiden können. Über viele Jahre hinweg häufen sich diese Mini-Verletzungen und führen schließlich zu einer Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit [Quelle].

In den allermeisten Fällen fallen die Hirnverletzungen, die Menschen erleiden, in die Kategorien „leicht“ oder „schwach“. In diesen Fällen verschwinden die Symptome in der Regel innerhalb von drei Monaten. Bei einer beträchtlichen Anzahl Pechvögel sind die Symptome jedoch dauerhaft. Dazu gehören Kopfschmerzen, Übelkeit und Vergesslichkeit. Es gibt auch Hinweise darauf, dass diese milde Form der Hirnverletzung das Risiko für Parkinson und Demenz im späteren Leben erhöht.

Immer mehr Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass bestimmte Nährstoffe einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung oder Begrenzung solcher Konsequenzen leisten können. In einem Übersichtsartikel haben irische und australische Wissenschaftler im vergangenen Jahr 11 verschiedene Experimente beschrieben, bei denen Menschen nach einer Hirnverletzung mit einem Nahrungsergänzungsmittel behandelt wurden. Dabei sind unter anderem bei Vitamin D und dem Mineralstoff Magnesium positive Ergebnisse verzeichnet worden. Die beste Wirkung wurde jedoch bei Betroffenen festgestellt, die unmittelbar nach einer Gehirnerschütterung mit der Einnahme der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA begonnen hatten. Beispielsweise konnten sich Sportler, die täglich 2000 Milligramm DHA zu sich genommen haben, schneller von einer Gehirnerschütterung erholen als Personen, die ein Placebo bekommen haben.

Anfang dieses Jahres haben US-Wissenschaftler erneut eine Reihe von Studien über Nahrungsergänzungsmittel bei Hirnverletzungen durchgeführt [Quelle]. Und auch dabei hat sich Fischöl als das vielversprechendste Ergänzungsmittel erwiesen. Die Amerikaner argumentieren, dass die schützende Wirkung von Fischöl bei Sportlern, die häufig Schläge auf den Kopf erleiden, am besten nachgewiesen ist.

Woher hat Fischöl diese Eigenschaften? Am 9. November hat Frits Muskiet, emeritierter Professor für Pathophysiologie und klinische Chemie am Universitätsklinikum Groningen, auf dem Symposium „Zorg rondom hoofdletsel“ erläutert, wie Fischöl das Gehirn schützt: „Bei einem körperlichen Trauma, mit oder ohne begleitende Infektion, kommt es zu Gewebeschäden. Durch diese Schädigung wird das Immunsystem aktiviert. Das verbraucht nicht nur eine Menge zusätzlicher Energie in Form von Glukose und Fetten, sondern auch mehr Vitamine und Mineralstoffe. Am wichtigsten sind dabei die Vitamine A, B6, B12, C, D, E und Folat, die Mineralstoffe Selen, Eisen, Zink und Kupfer sowie die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.

Bei einem Mangel an essenziellen Nährstoffen oder einem Ungleichgewicht funktioniert das Immunsystem nicht mehr richtig, was katastrophale Folgen haben kann“, so Muskiet weiter. „Der reparable Schaden wird nicht behoben, und das Immunsystem kann dann sogar zu einer Bedrohung für uns selbst werden. Ein berühmtes Zitat lautet: ‚Eine Kopfverletzung kann Hunderttausende Neuronen abtöten, aber eine sekundäre Entzündungsreaktion kann Millionen von Neuronen oder sogar den Patienten töten.‘ In diesem Zusammenhang sind Fischöl und andere Nährstoffe wichtig. EPA und DHA unterbrechen eine Immunreaktion, die bereits begonnen hat. Diese Unterbrechung ist ein aktiver Prozess. Wenn man zu wenig EPA und DHA zu sich nimmt, kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems. Das Ergebnis ist ein unnötig großer Schaden, oder man gerät in einen chronischen Zustand der Immunaktivierung, bei dem das Immunsystem läuft und läuft und läuft. Man liest oft, dass Fischöl zu einer Unterdrückung des Immunsystems führt, aber das ist zum Glück nicht der Fall. Fischöl führt aber nicht zu einer Unterdrückung des Immunsystems, sondern zu einer Hemmung, nachdem seine Arbeit getan ist.“ Muskiet unterstreicht die Bedeutung der Prävention: Bei Personen, die über den Verzehr von Fisch oder die Einnahme von Fischölkapseln ausreichend Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen, ist die Wahrscheinlichkeit viel geringer, dass eine Hirnverletzung zu einer ungesunden Immunreaktion führt, als bei anderen Personen, die nicht ausreichend damit versorgt sind. Muskiet: „Das Beste, was man für sich selbst tun kann, ist, sich gut mit Nährstoffen zu versorgen, bevor ein solches Ereignis eintritt, das sich niemand wünscht, das aber eines Tages eben doch passieren kann.“

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