Die Grippesaison ist in vollem Gange. Gerade jetzt ist es wichtig, gut auf sich selbst zu achten. Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung bilden die Basis für einen starken und vitalen Körper. Aber wussten Sie, dass auch Ihr Darm dabei eine entscheidende Rolle spielt?
In Ihrem Darm leben Milliarden von Bakterien. Zusammen bilden sie Ihre Darmflora, auch als Mikrobiom bezeichnet. Diese „guten“ Bakterien unterstützen die Verdauung, die Aufnahme von Nährstoffen und die Abwehrfunktion. Immer mehr Forschungen zeigen, dass ein gesunder Darm unverzichtbar für ein gut funktionierendes Immunsystem und somit auch für Ihre Widerstandskraft ist.
Ein Großteil der Abwehrzellen befindet sich in der Darmwand. Dort arbeiten sie mit den guten Bakterien zusammen, um Krankheitserreger fernzuhalten und Entzündungen zu begrenzen. In Zeiten, in denen Viren im Umlauf sind, ist es daher besonders wichtig, gut für Ihren Darm zu sorgen.
Probiotika: lebendige Unterstützung für die Abwehr
Probiotika sind lebende Bakterien, die helfen, die Darmflora im Gleichgewicht zu halten. Sie können Krankheitserreger bekämpfen und die Erholung nach einer Infektion unterstützen. Studien zeigen, dass eine Kombination der Bakterienstämme Lactobacillus rhamnosus GG (LGG) und Bifidobacterium lactis BB-12 eine Erkältung verkürzen und die Symptome mildern kann. Von beiden Stämmen waren 1 Milliarde koloniebildende Einheiten (KBE) vorhanden, was die Anzahl der lebenden Bakterien angibt.1
Auch bei Babys zeigt diese Kombination Wirkung. Babys, die diese Bakterien über die Flaschennahrung erhielten, hatten weniger Ohrenentzündungen und benötigten seltener Antibiotika.2 Probiotika können also die natürliche Abwehr stärken – bei Jung und Alt.
Präbiotika: Nahrung für gute Bakterien
Die guten Bakterien im Darm benötigen selbst Nahrung. Diese erhalten sie aus präbiotischen Ballaststoffen, pflanzlichen Stoffen, die im Dickdarm in nützliche Substanzen umgewandelt werden. Eine besondere Faser aus der Karotte, Rhamnogalacturonan-I, zeigte in Studien, dass sie die Erholung nach einer Erkältung beschleunigt und die Symptome lindert. Eine Dosierung von 0,3 Gramm Karottenfasern pro Tag war bereits sehr wirksam.3
Auch Kombinationen verschiedener Ballaststoffe fördern eine größere Vielfalt an Darmbakterien.4 Durch Variation pflanzlicher Ballaststoffquellen unterstützt man eine widerstandsfähige Darmflora.
Postbiotika: Wirkung nichtlebender Bakterien
Neben lebenden Bakterien können auch nichtlebende Mikroorganismen, sogenannte Postbiotika, die Abwehrkräfte positiv beeinflussen. Ein Postbiotikum aus Bäckerhefe (Saccharomyces cerevisiae) konnte bei Kindern die Dauer und Schwere grippeähnlicher Beschwerden reduzieren. Die Kinder hatten weniger Halsschmerzen, weniger Muskelschmerzen und benötigten weniger Medikamente.5
Postbiotika enthalten Stoffe, die das Immunsystem auf natürliche Weise stimulieren, ohne dass lebende Bakterien notwendig sind. Sie bieten somit eine sichere und stabile Unterstützung der Darmgesundheit.
Omega-3-Fettsäuren: Nahrung für ein vielfältiges Mikrobiom
Nicht nur Ballaststoffe und Bakterien sind wichtig – auch Fette spielen eine Rolle für die Darmgesundheit. Untersuchungen zeigen, dass eine höhere Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren die Vielfalt des Darmmikrobioms erhöht.6 Frauen mit höheren Omega-3-Werten im Blut hatten mehr verschiedene Arten „guter“ Bakterien im Darm.
Ein vielfältiges Mikrobiom steht im Zusammenhang mit einem stärkeren Immunsystem und einem geringeren Risiko für Entzündungen, Diabetes und Übergewicht. Omega-3-Fettsäuren fördern offenbar Bakterien, die Stoffe produzieren, welche die oxidative Belastung im Darm reduzieren. So tragen Omega-3-Fettsäuren zu starken, gesunden Darmbakterien und einem leistungsfähigen Immunsystem bei.
Lactoferrin: Natürlicher Schutz aus dem eigenen Körper
Schließlich spielt auch Lactoferrin eine wichtige Rolle. Dieses körpereigene Protein kommt natürlicherweise in Speichel und Muttermilch vor und besitzt starke antibakterielle und antivirale Eigenschaften. Verschiedene Studien zeigen, dass die tägliche Einnahme von Lactoferrin das Risiko für Atemwegsinfektionen bei Kindern und Erwachsenen senken kann.7 Die Dosierungen reichten von 25 mg für Babys bis 600 mg für Erwachsene pro Tag.
Lactoferrin unterstützt die natürliche Abwehr und hilft, den Körper gesund zu halten – gerade in den Monaten, in denen die Widerstandskraft besonders gefordert ist.
Die Basis für eine vitale Saison
Eine gesunde Darmflora ist unverzichtbar für ein gut funktionierendes Immunsystem. In Kombination mit ausreichend Bewegung und abwechslungsreicher Ernährung helfen Pro-, Prä- und Postbiotika, Omega-3-Fettsäuren und Lactoferrin, die Abwehrkräfte zu stärken. So schützt du dich von innen heraus und bleibst während der Grippesaison vital.
Quellen
1. Smith TJ et al. Effect of Lactobacillus rhamnosus LGG and Bifidobacterium animalis ssp. Lactis BB-12 on health-related quality of life in college students affected by upper respiratory infections. Br J of Nutr. 2013;109:1999-2007.
2. Rautava S et al. Specific probiotics in reducing the risk of acute infections in infancy -a randomised, double-blind, placebo-controlled study. Br J Nutr. 2008;101:1722-6.
3. McKay S et al. Effects of dietary supplementation with carrot-derived rhamnogalacturonan-I (cRG-I) on accelerated protective immune responses and quality of life in healthy volunteers challenged with rhinovirus in a randomized trial. Nutrients. 2022;14:4258.
4. Cantu-Jungles TM et al. Systematically-designed mixtures outperfom single fibers for gut microbiota support. Gut Microbes. 2025;17:2442521.
5. Singh RG et al. Efficacy of a yeast postbiotic on cold/flu symptoms in healthy children: A randomized-controlled trial. Pediatr Res. 2024;96:1739-48.
6. Menni C et al. Omega-3 fatty acids correlate with gut microbiome diversity and production of N-carbamylglutamate in middle-aged and elderly women. Sci Rep. 2017;7:11079.
7. Ali AS et al. Lactoferrin reduces the risk of respiratory tract infections: A meta-analysis of randomized controlled trials. Clin Nutr ESPEN. 2021;45:26-32.